Der Austernseitling ist da!
In alten Buchenwäldern ist er mit etwas Glück ab Mitte Dezember zu finden. Der Pilzsammler muss schon einen guten Blick haben und nach abgestorbenen Stämmen oder nicht zu niedrigen Stubben Ausschau halten. Manchmal wurde eine große, starke Buche vom Blitz getroffen oder vom Sturm entwurzelt. Das ist das bevorzugte Biotop des Austernseitlings. Oft erscheint er dachziegelartig angeordnet in langen Trauben am Stamm. Er lässt sich einfach mit dem scharfen Messer schneiden, wenn die Stämme am Boden liegen, oder die Stubben in Augenhöhe stehen. Schwierig wird die Ernte, wenn die Pilzbüschel zu weit oben hängen. Da muss sich der Pilzfreund etwas einfallen lassen oder auf sie verzichten. Ich habe diese arttypischen Exemplare heute auf einer Fahrradtour durch den Winterwald gefunden.
Besonders gefreut habe ich mich, dass es der Taubengraue war, weil er am schmackhaftesten ist. Eng verwandt ist der Rillstielige Seitling. Er ist gelb gefärbt und wird unansehnlich, wenn er zu groß ist. Relativ selten ist der weiße Lungen-Seitling. Im Buchenwald habe ich ihn noch nicht entdeckt, aber auf einem alten Obstbaum.
Der taubengraue Austernseitling (Pleurotus ostreatus) ist ein vorzüglicher Speisepilz, der auch im Handel in Supermärkten als Zuchtpilz angeboten wird. Der Waldpilz ist allerdings viel würziger.
Für seine vielseitige Zubereitung werden nur die Hüte verwendet, weil die kurzen Stiele zäh sind. Allerdings schneide ich auch die nicht allzu alten Stiele in Würfel und verwende sie z. B. in Gemüsesuppen.
Der Austernseitling eignet sich sehr gut zum Einfrieren.
Und - es wachsen immer noch andere Pilze zu dieser Jahreszeit, beispielsweise das Stockschwämmchen. Selbst im verschneiten, kalten Januar ist in altem Gebüsch der Samtfußrübling zu finden. Aber soweit ist es noch nicht. Jetzt warten wir erst einmal auf Weihnachtsgans und Silvesterkarpfen.

Der heute gesammelte Austernseitling mit Stockschwämmchen.