Die gelbe Spinnenblume

Veröffentlicht auf von anais

Die gelbe Spinnenblume

Auch gelbe Bienenpflanze wird sie in Nordamerika genannt. Die gelbe Spinnenblume, mit botanischem Namen Cleome lutea, kommt im Westen der USA als Wildpflanze vor. Sie besiedelt Trockengebiete wie Plateaus und flache Täler, gerne in der Nähe von ständigen oder zeitweiligen Wasserstellen. Oft bildet sie durch ständige Selbstaussaat ganze Felder. Die Pflanze ist einjährig, ein Kaltkeimer, d. h. der Samen braucht vor dem Keimen eine längere Periode mit Temperaturen um 5 Grad Celsius. In ihrer Heimat können sie eine Höhe von 1,50 Metern erreichen. Im Vergleich zu der bei uns bekannten und als Gartenblume beliebten Cleome spinosa (mit Stacheln unter den Blättern), beheimatet in Südamerika, ist die gelbe Spinnenblume feiner und zarter im Wuchs von Blüten und Blättern und stachellos.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Gewächs bei uns unbekannt. Ich habe mir im vergangenen Herbst Samen aus den USA schicken lassen, um zu versuchen, sie hier zum Wuchs und zur Blüte zu bringen. Anfangs sah das recht einfach aus, denn alle Samen keimten nach vierwöchiger Stratifikation um 5 Grad im Kühlschrank. Es wuchsen viele Jungpflanzen heran, die ich Mitte März in einem größeren Anzuchtkasten verpflanzte und im Gewächshaus weiter kultivierte. Zu meiner Verwunderung bildeten die Jungpflanzen schon im April erste kleine Blütenbüschel. Anfang Mai verpflanzte ich sie auf verschiedene Standorte im Garten in sandige Komposterde. Fast alle Pflanzen kümmerten und gingen schließlich ein.

Nur drei von allen wuchsen weiter.

Eine aber scheint die richtige Behandlung erfahren zu haben. Ich pflanzte sie mit Erdballen auf den Hang vor anderen Cleomen spinosas. Immer wieder musste ich darauf achten, dass sie nicht durch Regen und Wind umfiel. Ich band sie zeitig an einer Stütze fest und düngte sie vorsichtig mit stark verdünnter Taubenmistjauche genauso wie die anderen Spinnenblumen. Das muss ihr gut getan haben. Sie wuchs schneller und verzweigte sich immer mehr. Jetzt, im Juli, hat sie bereits eine Höhe von 1,25 Metern und eine Breite von 1,50 Metern erreicht. Alle Zweigenden sind besetzt mit Kegeln von gelben Infloreszenzen, auf denen sich bei Sonne Insekten tummeln.

Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, eine Cleome lutea auch unter unseren Bedingungen zur vollen Größe und mit vielen Blüten heranzuziehen.

Ich bin gespannt, wie lange sie über den Sommer bis zum Herbst weiter wächst und blüht.

Vielleicht empfindet sie sogar, wenn ich sie täglich immer wieder anschaue, dass ich sie sehr gerne habe.

Die gelbe Spinnenblume

Kommentiere diesen Post

Katharina vom Tanneneck 07/17/2014 23:04

Hallo Joachim,

Gratulation zu der gelungenen Aufzucht dieser hübschen Pflanze. Da sie ja nur einjährig ist, musst Du sie wohl im nächsten Jahr wieder durch Samen heran ziehen, oder sehe ich das falsch?

Ich glaube schon, dass Pflanzen merken, ob man sie mag. Wie oft habe ich mit meinem Korallenbaum gesprochen und ihn gebeten, doch noch auszutreiben. Er hat es getan und ich bin froh darüber.

Vermutlich ist das eine gegenseitige Liebe, zwischen Dir und der gelben Spinnenblume. Glaube kann Berge versetzen!

Liebe Grüße, Katharina

anais 07/20/2014 18:31

Bitte. Sehr gerne.

Archi 07/20/2014 18:07

Hallo Joachim

Vielen Dank für die Erklärung.

lg Uli

anais 07/20/2014 15:16

Hallo Uli,
abschüssiges Gelände verläuft schräg von oben nach unten, wie das beim Hang ist. Im oberen Teil des Gartens habe ich eine solche Hanglage. Das Wasser staut sich nicht. Das ist günstig für Pflanzen, die leicht von Fäulnis befallen werden können.
Liebe Grüße
Joachim

anais 07/20/2014 15:12

Hallo Katharina,
das Wochenende war dieses Mal nicht verregnet. Wir konnten gestern Abend grillen. Es war sehr schön und gemütlich.
Liebe Grüße
Joachim

Archi 07/18/2014 19:51

Hi Joachim

Was verstehst du unter einem abschüssigem Geländer - vielleicht Hanglage, wie bei Wein und Reis ?

Es ist sehr nett, dass man dich unterstützt und du deine Pflänzchen dadurch ein noch besseres Zuhause schaffen kannst.

Auch im Ammiland gibt es halt nette Leute. Man darf nicht alles verallgemeinern.

Einen schönen Abend noch.

lg Uli

Archi 07/17/2014 16:12

Hallo Joachim

Dieses Schmuckstück merkt ganz sicher, dass du sie gerne hast. Pflanzen können durchaus auch fühlen.
Man hatte mal ein Experiment mit einer Mimose gemacht. Diese zieht ja ihre Blätter bei Berührung zusammen. Man hatte sie in einer Glasglocke gesteckt, dann mit Äther betäubt. Nun konnte man sie normal anfassen. Das wirft viele Fragen für Ungläubige auf. Für mich steht fest, dass Pflanzen fühlen und auch irgendwie denken. Nur der Mensch, weiß noch nicht wie. Das wiederum finde ich gut, denn sonst würden noch mehr Pflanzen zerstört. Ich verzettel mich ^^

Fazit: Sie mag dich :-)

lg Uli

anais 07/18/2014 17:06

Hallo Uli,
ich bin der gleichen Auffassung wie Du. Pflanzen verfügen über ein Nervensystem, mit dem sie Empfindungen wahrnehmen können. So wird die Mimose grundsätzlich Berührung nicht mögen. Sie zieht sich zusammen als Schutz, damit ihre Blätter nicht gefressen werden, die sie für die Photosynthese braucht. Was die Pflanzen weiterhin spüren, wenn regelmäßig dasselbe Wesen in ihre Nähe kommt und z. B. gießt, von fremdem Kraut befreit, beschneidet usw. wissen wir nicht. Sicherlich haben sie Empfindungen dafür, was ihnen gut tut.
Liebe Grüße
Joachim