Zwiebelspiel

Veröffentlicht auf von anais

Agapanthus-010.JPG

 

Schön ausgebreitet lagen die Zwiebeln zum Abtrocknen auf dem Hof. Vier Tage lang trockneten sie ungestört in der Sonne. Sie bildeten eine große, gelbe Fläche.

Lucy und Peace beachteten sie kaum. Sie liefen dran vorbei, guckten und schnupperten mal an der einen oder anderen runden Kugel. Aber besonderes Interesse fanden sie an der Sammlung nicht.

Als ich mich dann dran machte und die Zwiebeln in den Korb sammelte, um sie in den Keller zu bringen, war die Situation eine andere, denn es kam Bewegung in die gelben Kugeln.

Peace, der Draufgänger, rollte mir die Zwiebeln weg, wenn ich nicht schnell genug war, und Lucie rollte sie weiter weg. So hatte ich meine Mühe, die scharfen Königinnen der Küche dahin zu bringen, wohin ich wollte.

Weil mir Gretel verriaten hatte, dass ihre Mutti gerne frische Zwiebeln auf dem Butterbrot isst. nahm ich sechs von den Größeren beiseite und legte sie auf die untere Treppenstufe. Eine kam ins Rollen und trudelte wieder auf den Hof.

Das war doch was für Bruder und Schwester. Flink sprangen sie der Zwiebel nach, brachten sie zum Stehen und untersuchten sie mit Pfoten und Schnäutzchen.

Weil sich die Zwiebel nicht wehrte, und ihre trockene Schale noch nichts von dem scharfen Geruch verströmen ließ, wurde sie so richtig zum Spielball. Über den ganzen Hof kullerten die Katzen die Kugel. Als wir wieder hinschauten, war die Zwiebel verschwunden. "Gretel," meinte ich, "suche mal nachher, bevor Du zu Mutti hoch gehst, die sechste Zwiebel. Das war die Größte und die Schönste."

Agapanthus-009.JPG

Gretel ließ sich allerdings Zeit mit dem Suchen. Stattdessen griff sie sich Peace, nahm ihn mit den Händen hoch und erzählte ihm irgend etwas, das dem Kater wohl gefallen hat. Sie spielten nun zu dritt. Die sechste Zwiebel war vergessen.

Erst am nächsten Tag entdeckte ich sie beim Jäten am Rande des Hofes im Garten. Ich legte sie für Mutti auf die Treppe.

Feldrittersporn-008.JPG

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

xamantao 08/19/2012 18:17


Das ist eine goldige Erzählung, lieber Joachim! Ich freue mich, dass bei Dir so viel Leben im Haus ist. Da wird der liebe Jo ganz schön auf Trapp gehalten! Wie süß, die Fotos von den Katzenjungen
und dem Menschenkind!


Da Du im September ja Besuch von Pitti & Frau bekommst, gebe ich ihnen die Katzentragetasche mit und auch die Fotos, die ich bei Dir gemacht habe. Darf ich Dein Reich bei mir in den Blogs
zeigen? Ich denke, Du hast nichts dagegen?


Sei gedrückt und geben Deinen zwei Strolchen ein paar Streicheleinheiten von mir!


Gruß, Xammi

anais 08/20/2012 19:40



Hallo Xami! Danke für die schöne Sonne! Sie hat sich wirklich an diesen Tagen hier voll eingestellt. Sie hat die Katzen am Tage platt gemacht. Aber abends waren sie wie auch heute wieder außer
Rand und Band.


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vom Tanneneck 08/16/2012 23:32


Hallo Joachim, mir scheint, Deine Kätzchen lernen jetzt so richtig das Leben kennen. Das Spiel mit der Zwiebel ist doch lustig und sicher hast Du dabei auch geschmunzelt. Sie sind gewachsen, das
sieht man auf dem Bild mit dem hübschen Mädel.


Liebe Grüße, Katharina

anais 08/20/2012 19:24



Hallo Katharina! Die Kätzchen sind munter und fidel. sie spielen mit allem, was ihre Neugier weckt. Der Kater war neulich im gelben Sack und kam nicht wieder heraus. Manchmal muss ich ganz schön
hinterher sein. Und Gretel spielt gerne mit ihnen auf dem Hof.


Liebe Grüße


Joachim



Regina 08/16/2012 20:20





 Super Bilder von den Rackern, das schöne an Katzen ist das sie sich wunderbar selbst beschäftigen können, ich habe für Paula viel Spielzeug gekauft das sie überhaupt nicht annimmt aber wenn
ich eine Plastiktasche nicht sofort wegräume oder mir was runterfällt das rollt dann ist sie sofort zur Stelle, l G Regina

anais 08/20/2012 19:18



Hallo Regina! Die jungen Leute hatten für die Katzen, als sie sie brachten,auch Spielzeug mitgebracht. Wollbälle und kleine Mäuse. Jetzt, wo die beiden meistens draußen auf dem Hof oder im Garten
herumtoben, spielen sie mit dem spielzeug nicht mehr. Es macht ihnen mehr Spaß, sich daran auszulassen, was eigentlich kein Spielzeug ist. Immer wieder neugierig.


Liebe Grüße


Joachim