Sunday, 9. october 2011 7 09 /10 /Okt. /2011 09:56

Nashimarmelade 001

Die letzten Nashi habe ich vor wenigen Tagen geerntet. Der Baum mit seinen apfelförmigen aber nach Birnen schmeckenden dunkelgelben Früchten trägt jedes Jahr reichhaltig. Die Nashi ist ein ostasiatisches Obst. Sie wird auch "chinesische Birne" genannt. Auch in unseren Breiten gedeiht diese Obstart gut, denn der Baum ist absolut winterhart. Die sehr süßen Früchte mit Birnengeschmack müssen rechtzeitig geerntet werden. Sie sollten noch hart sein, aber ihr Aroma voll ausgebildet haben. Werden sie bereits am Baum weich, so sind schnell die Wespen drin, und die Früchte werden angefressen. Wir haben uns mehrmals nach Bedarf bedient, gegessen oder verschenkt.

Die Letzten, die ich vor den Wespen retten konnte, ergaben ein Kilo Gewicht. Und so habe ich mir gedacht, davon Marmelade mit dem Zusatz einer guten Handvoll gelber und roter Himbeeren  zu kochen.

Dazu habe ich die ausgeputzten Nashis gewaschen, zerkleinert und püriert. In einem Kochtopf habe ich die Fruchtmasse, 1 Kilo, mit 500 Gramm Natura-Gelierzucker gut vermischt und die ganzen Himbeeren hinzu gegeben. Unter ständigem Rühren - wie jedesmal - habe ich alles mindestens 3 Minuten kochend brodeln lassen. Zum Schluss kam noch ein Schuss Zitrone hinzu. Die Marmelade war nun fertig zum Abfüllen in die Gläser. Einen kleinen Teller für die Gelierprobe habe ich mir dazu gestellt. Diese Marmelade kam am nächsten Morgen auf das Frühstücksbrötchen.

Den Geschmack habe ich vom kleinen Teller und beim Naschen der Reste aus dem Topf geprüft. Sie schmeckt himmlisch und hat wegen des Nashimuses eine stärkere Konsistenz als die reine Himbeermarmelade. Dominant ist das Himbeeraroma. 

Nashimarmelade-003.JPG

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Natur und Wissenschaft
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Thursday, 6. october 2011 4 06 /10 /Okt. /2011 16:32

Stammtischglocke-002.jpg

 Eines späten Nachmittags zur Sommerzeit 1954 kündigte uns unsere Mama an, dass sie am Abend zu ihren Freundinnen zur allwöchendlichen Strickrunde ginge. Da wurden Pullover, Jacken und Socken gestrickt. Vor allem aber ging es um neueste Nachrichten aus Lychen: Was so wieder Sensationelles passiert war, und wer, was angestellt hatte. Der Klön war selbstverständlich das Allerwichtigste.

So blieb also Vater mit uns beiden Söhnen und Großmutter allein zu Hause. Mein älterer Bruder hatte Semesterferien, die er bei uns verbrachte, und ich hatte die schönen, langen Sommerferien.

Großmutter, von uns einfach „Mutter“ genannt, musste so um 19.00 Uhr das Abendbrot herrichten. Deshalb fragte sie schon rechtzeitig ihren Schwiegersohn: „Helmuth, sage mal, was wollt Ihr denn zum Abendbrot trinken?“ Vater überlegte nicht lange und meinte: „Koche uns mal einen schönen Pfefferminztee, Mutter!“

Weil wir hinter dem Haus unseren eigenen Garten hatten, wuchsen dort Minze und andere Küchenkräuter, die zur rechten Zeit gepflückt und getrocknet wurden. Das getrocknete Kraut wurde in großen Büchsen im Küchenschrank aufbewahrt. Bei Bedarf reichte ein Händegriff in den Schrank zu dem gerade gewünschten Würzkraut. Weder Thymian, Majoran, Melisse oder andere heimische Gewürze wurden damals gekauft. Alles stammte aus der Eigenversorgung.

So machte sich Mutter in der Küche zu schaffen, schnitt Brot, klapperte mit Tassen und Tellern und überlegte, was sie als kräftiges Abendessen den Männern auf den Tisch bringen sollte. Im Korb lagen 10 Eier, frisch gelegt von unseren Hühnern. Deshalb machte sie für uns alle Spiegeleier mit Schinken und viel Zwiebeln. Vater bekam drei, sie begnügte sich mit einem Ei, und wir Jungen bekamen jeder zwei Eier in die Pfanne.

Lecker und verführerisch duftete es schon aus der Küche. „Hmm!“ Wir hatten schon großen Appetit. Mein Bruder und ich, wir saßen bereits am runden Esstisch im Wohnzimmer und warteten. Vater hatte wohl noch draußen in seiner Werkstatt zu tun.

Mutter kam in die Stube und stellte erst einmal die große, volle Teekanne mit der Zuckerdose auf den Tisch und Tassen und Teelöffel. „Bis Papa kommt, kannst Du uns ja mal schon eine Tasse einschenken, Mutter!“ Unser Großmutter tat das. Ich gab zwei Teelöffel Zucker in meine Tasse, denn für mich musste immer alles süß sein. Dann führte ich die Tasse zum Mund und schlürfte den heißen Tee. Ich setzt gleich wieder ab und schaute hinüber zu meinem Bruder. Der verzog das Gesicht, schüttelte den Kopf und flüsterte mir zu: „Das ist doch kein Pfefferminztee! Das schmeckt ja widerlich!“ Ich lachte leise und tippte mit dem Zeigefinger an meine Lippen: „Sei ruhig! Mal hören, was Papa sagt.“

Da kam auch schon mein Vater vom Hof herein und setzte sich an den Tisch. Mutter servierte derweil schon die Spiegeleier und stellte den Korb mit den Schnitten auf den Tisch.

Vater nahm erst mal einen tiefen Schluck vom Tee. Schließlich war es den ganzen Tag über sehr warm, und deshalb hatte er Durst. Er schluckte, schaute Mutter böse an und fragte: „Was ist das denn? Das ist doch kein Pfefferminztee! Mutter, was hast du denn hier zusammengebraut?“

Großmutter, ganz erschrocken und verstört, nippte jetzt an ihrer Tasse: „Ach Gott, Helmuth, das ist ja Maggikraut! Liebstöckel für die Suppen! Da habe ich die Büchsen verwechselt! Weshalb hat Ella auch das Maggikraut neben den Pfefferminztee gestellt! Das sieht doch getrocknet genauso aus!“

Ja, Mutter“, entgegnete Vater, „dann gehe mal gleich wieder in die Küche und mache uns einen Pfefferminztee!“













von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Wednesday, 5. october 2011 3 05 /10 /Okt. /2011 08:12

Himbeermarmelade-002.JPG

Ich habe das Fettkraut eine Weile beobachtet und festgestellt, dass es sich fleißig um seine Ernährung kümmert. Es steht in der Nähe des Küchenfensters. Auf seinen hellgrünen, fleischigen Blättern in Form einer Rosette fängt es sich die Fruchtfliegen ein, um sie als stickstoffhaltige Nahrung zu verdauern. Liegt ab und zu geerntetes Obst auf dem Tisch am Fenster, sind sofort die winzigen Insekten da, und die Fettpflanze profitiert davon. Sie blüht bereits wochenlang mit ihren blauen, veilchenähnlichen Blüten.Das Fettkraut gehört zur Gattung der Wasserschlauchgewächse mit etwa 35 Arten auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die insektenfressenden Pflanzen leben auf moorigen, stickstoffarmen Flächen. Deshalb fangen sie sich mit ihren leicht klebrigen Blättern Insekten ein, um ihren Stickstoffbedarf zu decken. Ein kleiner -  aus menschlicher Sicht zwar wenig effektiver - biologischer Insektenvertilger.

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Natur und Wissenschaft
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Monday, 3. october 2011 1 03 /10 /Okt. /2011 13:22

Adolph--Lychen-001.JPG

G. Adolph, "Blick auf Lychen", Öl, 1940.

 

Kürzlich erhielt ich eine Nachricht aus Hamburg. Eine ehemalige Lychenerin, besser gesagt, sie wohnte als junge Frau mit ihren Eltern im benachbarten Retzow, hatte sich auf meinem Blog die Gemälde von Lychener Laienmalern aus den 1950er Jahren angeschaut. Sicherlich hat sie dabei auch das Bild "Am Malerwinkel" von G. Adolph entdeckt. Daraufhin hat sie mir mitgeteilt, sie hätte ebenfalls ein Gemälde von G. Adolph, eine Fernsicht auf die Stadt über einen See. Sie hat es mir als Fotografie geschickt. G. Adolph schenkte es 1943 ihrem Schwiegervater mit der Bemerkung "Für einen guten Freund".

Als ich das Foto in den Händen hielt, war ich fasziniert von der schönen Malerei. Keiner weiß aber mit Bestimmtheit, von welcher Stelle aus er das Bild gemalt hat. Auf den Insignien ist das Jahr 1940 angegeben. Es könnte vielleicht der Blick vom Schlenken über den Oberpfuhlsee nach Lychen sein. Meine nette Hamburgerin glaubte anfangs, es wäre ein Blick über den Stadtsee. Sehe ich im Hintergrund die enge Wasserdurchfahrt, könnte es auch vom Zenssee mit Blick zur "Knippschere" gemalt worden sein. Wer weiß? Auf alle Fälle ein sehr schönes, altes Lychenbild. Für die Zusendung des Fotos meinen herzlichen Dank!

Siehe auch Aquarell "Der Malerwinkel"

von anais - veröffentlicht in: Kunst von Profis und Laien - Community: Sprechen durch Schreiben
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Tuesday, 27. september 2011 2 27 /09 /Sept. /2011 18:17

Litschis-002.JPG

Heute habe ich mir die Früchte des Chinesischen Blumenhartriegels etwas genauer angeschaut. Am Sonntag, am "Tag des Offenen Gartens" hatte ich sie ja schon mit mehreren Gästen probiert. Immer wieder meinten doch die Besucher, dass wären vielleicht Litschis, die dort am Strauch rot leuchten und wie Erdbeeren oder große Himbeeren aussehen. Sie schmecken ausgereift sehr süß, sind sehr saftig und lassen sich leicht zwischen den Fingern zerdrücken. Im Fruchtfleisch befinden sich die Samen, die ich vielleicht einmal aussäen sollte, um zu sehen, ob sie keimen und neue Pflanzen hervorbringen.

Litschis-003.JPG

Aber - Litschis, eine tropische Frucht aus Südostasien - schmeckt natürlich ganz anders und viel exotischer. Aber ein Spaß sind sie für mich doch, die "Litschis" in Lychen, in der Uckermark. Gucke mal! 

Litschis-001-Kopie-1.JPG

Siehe auch: Der Blumenhartriegel

von anais - veröffentlicht in: Interessantes über Lychen und Umgebung - Community: Natur und Wissenschaft
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